Heimat Westfalen Ausgabe 6/2024

HEIMAT WESTFALEN – 6/2024 / 7 che Arbeit zugänglich zu machen. Übernommen werden aus privatem und öffentlichem Besitz Film- und Tonmaterialien, die regional-, wirtschafts- oder sozialgeschichtliche Aspekte Westfalens veranschaulichen. Einen besonderen Schwerpunkt beim Auf- und Ausbau des Filmarchivs bildet der in seiner Existenz hochgefährdete Amateurfilm. Die Sammlungen werden archiv- gerecht gelagert. Beinahe 200 Institutionen und eine noch größere Zahl von Privatpersonen haben bislang von diesem Angebot Gebrauch gemacht. Notfallvorsorge: Regelmäßige Überprüfungen von Elektrogeräten, wasserführenden Leitungen und Dichtungen erhöhen die Sicherheit, ebenso die Installation von Rauchmeldern. Eine Lagerung direkt auf dem Boden, neben Heizkörpern oder unter Fenstern ist zu vermeiden. Ist ein Schaden eingetreten oder eine Restaurierung aus anderen Gründen gewünscht oder erforderlich, kann das LWL-Archiv- amt zu erforderlichen Maßnahmen beraten und gegebenenfalls eine fachgerechte Konservierung oder Restaurierung übernehmen. Hierfür wird nichtstaatlichen Archiven ein Nachlass von 30 Prozent auf den Preis gewährt. FAZIT Eine wirksame Bestandserhaltung erfordert idealerweise optimale Lagerungs- und Nutzungsbedingungen. Wenn diese nicht vor Ort sichergestellt werden können, bietet sich je nach Archivgut auch eine Übergabe der bedeutsamsten Bestände an ein geeignetes Archiv im Rahmen eines Depositalvertrages an. Gellers Präsentation lieferte wertvolle Einblicke und konkrete Handlungsanweisungen, wie Heimatvereine ihre Archivbestände nachhaltig und wirksam schützen sowie lagern können. THEMENBLOCK 2: ORDNUNG UND VERZEICHNUNG Im Anschluss beschrieb Dr. Stefan Schröder, Berater der kommunalen und privaten Archive in den Kreisen Herford, Höxter, Lippe, Minden-Lübbecke und Paderborn, wesentliche Methoden zur strukturierten Erfassung von Archiv- und Sammlungsgut. Die Präsentation gab Heimatvereinen eine systematische Anleitung, wie sie ihre Bestände effektiv ordnen und verzeichnen können, um einen langfristigen Erhalt und eine einfache Auffindbarkeit sicherzustellen. Heimatvereine bewahren oft eine vielfältige Bandbreite an Kulturgut, die eine präzise Erschließung (Ordnung und Verzeichnung) erfordert. Langfristiges Ziel der Archivierung ist es, diese Daten systematisch und wiederauffindbar für Nachfolgende zu verwalten. Hier ist zuerst einmal gleich, ob analog oder digital. Das Ergebnis dieser Archivierungsarbeit mit einem Archivinformationssystem (AIS) sollte eine durchsuchbare Datei oder Datenbank, notfalls ein sogenanntes Findbuch in Papierform sein. Als Repertorium oder Findbuch bezeichnet man im Archivwesen ein schriftliches Verzeichnis der Archivalien eines Archivs. Eine zentrale Erfassung aller Objekte im AIS (zum Beispiel in einer Archivsoftware oder einem Tabellenkalkulationsprogramm wie Excel) wird wegen der zu erwartenden großen Datenmenge empfohlen. Die Tektonik, also die Gliederung in Gruppen, sorgt für Übersichtlichkeit. Das Provenienzprinzip – die Beibehaltung des Herkunftszusammenhangs – ist dabei essentiell. Metadaten helfen im zweiten Schritt dabei, das Archivgut umfassend zu beschreiben. WISSEN TEILEN, ZUGÄNGE SCHAFFEN Blick in die Restaurierungswerkstatt Foto/ WHB/Hoffschulte „Heimatvereine bewahren oft eine vielfältige Bandbreite an Kulturgut, die eine präzise Erschließung (Ordnung und Verzeichnung) erfordert. Langfristiges Ziel der Archivierung ist es, diese Daten systematisch und wiederauffindbar für Nachfolgende zu verwalten. Hier ist zuerst einmal gleich, ob analog oder digital.“

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