Heimat Westfalen Ausgabe 6/2024

6 / HEIMAT WESTFALEN – 6/2024 das stark verbräunt und brüchig wird. Bauliche Mängel in den Lagerräumen erhöhen das Risiko für Feuer, Wasser- und Vandalismusschäden. SCHADENSVERMEIDUNG Zur Erhaltung der Bestände empfahl Geller folgende Maßnahmen: Klimaregulierung: Kühle, sonnengeschützte und trockene Räume mit einer relativen Luftfeuchtigkeit unter 50 Prozent sind ideal. Lüften sollte vor allem im Sommer nur früh morgens erfolgen, um die Feuchtigkeit niedrig zu halten. Ein digitales Thermohygrometer hilft, Luftfeuchtigkeit und Temperatur im Auge zu behalten. Die Aktivität und Vermehrungsrate der schädlichen Papierfischchen ist bei Lagerung unter 14 Grad Celsius bereits deutlich zu reduzieren. Hygiene: Durch regelmäßiges Absaugen von Lagerflächen und das Vermeiden von Lebensmitteln in Archivbereichen lässt sich Schädlingsbefall vorbeugen, denn erst wo Staub ist, können Schädlinge und Pilze Fuß fassen. Handelsübliche Schädlingsfallen aus dem Drogeriemarkt können ausgelegt werden, um zu ermitteln, ob beziehungsweise wie groß der Befall mit Silber- oder Papierfischchen vor Ort ist. Befallene Bestände können dann mindestens 24 Stunden in einer Gefriertruhe bei KULTUR VERBINDET! -18 Grad Celsius eingefroren werden, um Schädlinge abzutöten. Verpackung und Handhabung: Alterungsbeständige Materialien ohne Metallteile, säurefreie Hüllen und sachgerechte Lagerung sind entscheidend. Produkte aus Recyclingpapier oder mit dem „Blauen Engel“ erfüllen diese Anforderungen leider nicht. Bücher und Akten sollen liegend gelagert, lose Dokumente in Archivmappen und -umschlägen geschützt aufbewahrt werden. Das LWL-Archivamt für Westfalen hält für die nichtstaatlichen Archive in Westfalen-Lippe ausgewählte Materialien vor, die ab einem Bestellwert von 100 Euro zum Einkaufspreis bezogen und in Münster abgeholt werden können. Hierbei handelt es sich um Archivschachteln mit Stülpdeckel, Aktendeckel (Vorder- und Rückseite), flexible Schlauchheftungen für das Umbetten von Akten sowie Sammelmappen aus alterungsbeständigem Karton. Fotos und audiovisuelle Medien: Fotos und Negative sollten nur mit Handschuhen angefasst werden. Es empfiehlt sich die Verpackung in neutralen Hüllen. Ideal wäre es, zwischen Fotos je ein neutrales Papier zu legen. Für Ausstellungen sind Reproduktionen zu nutzen, da hier Originale längerfristig stärkerem Lichteinfall ausgesetzt sind. Videos, Magnetbänder und CDs sollten zeitnah digitalisiert werden, da sie besonders empfindlich sind. Digitalisierung von audiovisuellen Medien: Hier ist gegebenenfalls das LWL-Medienzentrum für Westfalen Ansprechpartner und beratend tätig, entweder um Bestände bei inhaltlich überregionalem Interesse selbst zu digitalisieren und als Depositum der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, oder aber um Fachfirmen und Methoden zu empfehlen. Als Depositum werden Unterlagen oder Gegenstände bezeichnet, die von Privatpersonen oder Institutionen in einem Archiv, einer Bibliothek oder einem Museum hinterlegt werden. Diese können dort nur verwahrt, aber auch erschlossen werden. Es erfolgt im Gegensatz zu Schenkungen aber keine Eigentumsübertragung. Das Film- und Tonarchiv des LWL-Medienzentrums wurde 1986 gegründet, um westfälisches Kulturgut aus den Bereichen Film und Ton zu sammeln, zu sichern, zu erschließen und für die heimat- und landeskundliBlick in die Restaurierungswerkstatt Foto/ WHB/Hoffschulte

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