HEIMAT WESTFALEN – 6/2024 / 5 V WISSEN TEILEN, ZUGÄNGE SCHAFFEN iele WHB-Mitgliedsvereine haben einen größeren Bestand an Unterlagen und Objekten unterschiedlichster Art. Hierbei handelt es sich beispielsweise um Schriftgut, Fotos, Dias, Filmaufnahmen, Bücher oder auch dreidimensionale Sammlungsobjekte. Diese werden häufig in Räumlichkeiten des Vereins aufbewahrt und sind teilweise bereits analog oder digital erschlossen oder aber – beispielsweise nach Schenkungen – noch ungesichtet eingelagert. Dazu erreichen den WHB regelmäßig viele Fragen aus der Mitgliedschaft. Im Rahmen eines gemeinsamen Fortbildungsangebotes von WHB und LWL-Archivamt für Westfalen wird das Thema Archivarbeit in Heimatvereinen gemeinschaftlich angegangen. Am 29. Oktober 2024 fand jetzt das Präsenzseminar „Archivarbeit in Heimatvereinen“ statt, nachdem 2023 bereits drei „DigitalSprechstunden“ realisiert wurden. Fünf Referierende des LWL-Archivamtes für Westfalen gaben nun den Teilnehmenden im stark nachgefragten Seminar einen Überblick über die theoretischen Grundlagen in ihren jeweiligen Arbeitsbereichen. Das Präsenzseminar bestand aus vier Themenblöcken, die alle für sich bereits umfängliches Wissen im Bereich des Archivwesens vermittelten. Das Seminar erläuterte anspruchsvolles Fachwissen, ohne dabei den Blick auf die begrenzten Möglichkeiten des Ehrenamtes zu verlieren. Der Tag schloss mit einer informativen Führung durch das Archivamt, angeleitet von LWL-Referent Hans-Jürgen Höötmann. Hier konnte in der Restaurierungswerkstatt, dem Scanraum und dem Lesesaal ein spannender Eindruck von der Praxis gewonnen werden. In dieser Ausgabe der Verbandszeitschrift möchten wir Interessierten mit einem Nachbericht zum Seminar einen Einblick in die praktische Archivarbeit in Heimatvereinen geben. MÖGLICHST FACHGERECHTER UMGANG MIT UNTERLAGEN Das Interesse an einem möglichst fachgerechten Umgang mit Unterlagen ist auch im bürgerschaftlichen Engagement enorm, sodass wir uns entschlossen haben, einen kurzen praxisnahen und mit Tipps angereicherten Einblick in professionelle Archivarbeit zu geben, wohlwissend, dass kleine Archive und Sammlungen dem Fachstandard hauptamtlich geführter größerer Einrichtungen nicht im Detail werden folgen können. Vielleicht trägt der Beitrag dazu bei, an der einen oder anderen Stelle neue Archivierungsprozesse zu implementieren, die letztendlich der Bewahrung der Geschichte und Kultur Westfalens zugutekommen. Der Begriff „Archiv“ steht daher im Zusammenhang dieses Textes ebenso für kleine Vereinsarchive und Sammlungen. THEMENBLOCK 1: BESTANDSERHALTUNG Referentin und Werkstattleiterin Birgit Geller, zuständig für Beratung in Fragen der Bestandserhaltung, informierte als Erstes die Teilnehmenden über ihren Arbeitsbereich. Sie befasste sich mit der Bedeutung und Methoden zur Erhaltung von Archivgut, indem sie Präventionsmaßnahmen und Restaurierungsmöglichkeiten für Archivgut aufzeigte. Um Schäden präventiv zu vermeiden, ist es wichtig zu verstehen, was ihre Ursachen sind. Schäden entstehen oft durch ungünstige Lagerungsbedingungen und äußere Einflüsse. Zu feuchte und zu warme sowie unsaubere Lagerung fördert Schimmelwachstum, Korrosion und Insektenbefall. Licht führt zu Vergilbung und Ausbleichen, vor allem bei offener Lagerung oder langfristiger Präsentation. Fehlende oder unsachgemäße Verpackung begünstigt mechanische Schäden und beschleunigt die Alterung. Besonders anfällig für Informationsverlust ist säurehaltiges Papier, „Das Interesse an einem möglichst fachgerechten Umgang mit Unterlagen ist auch im bürgerschaftlichen Engagement enorm, sodass wir uns entschlossen haben, einen kurzen praxisnahen und mit Tipps angereicherten Einblick in professionelle Archivarbeit zu geben, wohlwissend, dass kleine Archive und Sammlungen dem Fachstandard hauptamtlich geführter größerer Einrichtungen nicht im Detail werden folgen können.“
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