Heimat Westfalen Ausgabe 6/2024

12 / HEIMAT WESTFALEN – 6/2024 KULTUR VERBINDET! ARBEITSABLAUF UND QUALITÄTSSICHERUNG BEI DER DIGITALISIERUNG IM HEIMATVEREIN Projektplanung: Ziele definieren (zum Beispiel OnlinePräsentation, Langzeitspeicherung) Arbeitsablauf: Auftragsmanagement, Rechteklärung, Vorbereitung des Archivguts, Scannen, Qualitätssicherung, Langzeitspeicherung, Anbindung an Archivsoftware, Versand, Online-Stellung Qualitätssicherung: regelmäßige Kalibrierung der Geräte, Verwendung von Farb-Testcharts und die Sicherstellung der Datenintegrität Projekt- oder Dauerstruktur: Entscheidung für die Form der digitalen Erfassung Ressourcenplanung: Finanzierung, personelle Kapazitäten, technische Standards und Qualitätssicherung TIPPS ZUR DATEIBENENNUNG UND ORDNERSTRUKTUR Standardisierte Namenskonventionen und Verzeichnisstrukturen für eine systematische Verwaltung und Auffindbarkeit der Digitalisate sind sinnvoll. Vorsicht bei Dateinamen: Bitte keine Bildbeschreibungen in die Dateinamen einfügen, da die Suche über die Archivsoftware oder ein Tabellenkalkulationsprogramm erfolgen sollte. Vor dem Scannen muss es für jedes Stück bereits Signaturen geben, um präzise Dateinamen vergeben zu können. Das heißt, dass die Verzeichnung vor der Digitalisierung abgeschlossen sein muss. Empfohlene Dateinamenskonvention für Digitalisate: „[Bestand]_[Einzelsignatur]_[laufendeNummer]“ STANDARDS DER DIGITALISIERUNG IM ARCHIV • 1 farbiges Bild pro Zettel oder Doppelseite • Farbtiefe: 24-bit (true colour) • Auflösung: in der Regel 300 dpi, bei großen Formaten wie Karten und Plänen 400 dpi, für Filmnegative 2.000 dpi+ • Dateiformate: für Master-Digitalisate JPEG2000 und für Nutzungsdigitalisate JPEG • Ausnahmen für weitere Nutzung TIFF-uncompressed für Drucklegung, Bildbearbeitung, Georeferenzie- rung in GIS EXKURS: EXIT-STRATEGIE Bei der Verwendung oder Nutzung einer externen Plattform oder einer spezielleren Software sollte man vor Beginn eine langfristige Exit-Strategie mitdenken. Archivarbeit ist darauf angelegt, Kulturgut langfristig und dauerhaft – also theoretisch für immer – zu erhalten und technischen Zugang zu den Daten zu gewähren. Wie würde man all seine mühsam strukturierten Metadaten oder digitalisierte Fotos zurückbekommen, wenn die Plattform oder Software einmal nicht mehr existiert, nicht mehr technisch kompatibel mit zukünftigen Dateiformatstandards ist oder das Produkt gewechselt werden soll? Wenn man sich Gedanken über eine Exit-Strategie macht, hat man bereits einen Fahrplan – entweder falls etwas misslingt oder falls aus strategischen Gründen ein anderes Vorgehen gewählt werden soll. Im Sinne einer nachhaltigen Archivierung sollten simple und transferierbare Daten an Nachfolgende übergeben werden, damit die Offenheit für zukünftige Verwendungen gegeben bleibt. Demonstration eines konventionellen Flachbettscanners mit Durchlichteinheit und Filmhalter für Fotonegative Foto/ WHB/Hoffschulte

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