Heimat Westfalen Ausgabe 6/2024

ENGAGIERT VOR ORT Die Geschichte des deutschen Kolonialismus wird oftmals als fern und exotisch empfunden. Und doch geschah sie vor unserer Haustür und hat Auswirkungen bis heute. Der neue Audiowalk hagen.colonialtracks.de will einen ungewohnten Blick auf die Industriestadt an der Volme werfen und für die Spuren des Kolonialismus in Hagen sensibilisieren. Gerade ein dezentrales Beispiel wie hier in Hagen zeigt besonders deutlich die Verbindungen zwischen Stadtgeschichte und Kolonialgeschichte, die konkret im Stadtbild verankert werden können. Beispielhaft dafür sind koloniale Kriegervereine, koloniale Straßennamen, Sammlungen, Kunstwerke im öffentlichen Raum, Wirtschaftstätigkeit in Kolonialgebieten, die Entsendung von Missionierenden und vieles mehr. Kolonialisierung hatte viele Gesichter – von aufrichtiger Neugier über das koloniale Machtgefälle hin zu blanker Gewalt und Rassismus. Das Vermittlungsangebot soll ein Impuls sein, um KOLONIALE SPUREN PER DIGITALEM HÖRRUNDGANG ERKUNDEN HAGENER HEIMATBUND E. V., EXILE-KULTURKOORDINATION E. V. UND XIDENT LABS./KÖLN, FERNUNIVERSITÄT HAGEN, ALLERWELTHAUS HAGEN, LWL-FREILICHTMUSEUM HAGEN, HAGEN Viele Vereine betreuen Sammlungen alter Handwerksobjekte, landwirtschaftlicher Geräte oder früher industrieller Maschinen, jedoch fehlt es oft an Konzepten für deren Bewahrung, Nutzung und Vermittlung. Der im Jahr 2006 gegründete Verein Museum für alte Betonbohr- und -sägemaschinen e. V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, historische Maschinen aus diesem speziellen Bereich der Bauindustrie aufzuspüren und sie in einem Museum zu präsentieren. Durch die Zusammenarbeit mit einem Ausbildungsstandort der Bauindustrie eröffnet sich zusätzlich zum klassischen Museumsbetrieb weiteres Potential zur Vermittlung von Fachwissen. 2010 fanden erste Gespräche über ein Informationszentrum für Abbruch und Beton-Trenntechnik mit integriertem Museum statt. 2018 wurde das Museum auf dem Gelände des Ausbildungszentrums der Bauindustrie in Hamm (ABZ Hamm), einem von drei Ausbildungszentren des Berufsförderungswerks der Bauindustrie NRW gGmbH, neu eröffnet. Das ABZ bietet in Zusammenarbeit mit dem Fachverband Betonbohren und -sägen Deutschland e. V. unter anderem Fortbildungen zur Geprüften Betonbohr- und Sägefachkraft an. Für den theoretischen Teil dieser und weiterer Fortbildungen werden unter anderem die Räumlichkeiten des Museums genutzt. Teil der Ausstellung sind Kernbohrgeräte, Wandsägen, Fugenschneider, Seilsägen, aber auch Sondergeräte wie ein Bohrroboter. Durch die Begegnung von Nachwuchskräften der Branche mit den historischen Exponaten im Museum, dem Austausch zwischen Fragenden und Wissenden sowie dem Dialog zwischen Besuchenden und Fachkräften soll ein lebendiges Zentrum für Wissen und Information rund um die Betonbohr- und -sägebranche entstehen. HEIMAT WESTFALEN – 6/2024 / 45 Das Museum für alte Betonbohr- und -sägemaschinen Foto/ Museum für alte Betonbohr- und sägemaschinen e. V. Vorstellung der Stadtführung „Colonial Tracks“ im September 2024, von links Michael Eckhoff (Hagener Heimatbund e. V.), Fabian Fechner (FernUniversität Hagen), Justus Hermann (technische Umsetzung), Barbara Schneider (FernUniversität Hagen) und Claudia Eckhoff (Regionalpromotorin des Eine Welt Netz NRW e. V. am AllerWeltHaus) Foto/ Luisa Pulice heute und in Zukunft das Miteinander in der Hagener Gesellschaft zu gestalten. Die App entsteht in Kooperation der EXILE-Kulturkoordination e. V. und xident labs./Köln mit der FernUniversität Hagen, dem AllerWeltHaus Hagen, dem Hagener Heimatbund e. V. sowie dem LWL-Freilichtmuseum Hagen und wird unter anderem von der Bezirksvertretung Hagen-Mitte teilfinanziert. Der digitale Hörrundgang ist frei verfügbar unter: hagen.colonialtracks.de VERMITTLUNGSKONZEPT FÜR ALTE INDUSTRIEMASCHINEN: AUSBILDUNGSSTÄTTE MIT MUSEUM MUSEUM FÜR ALTE BETONBOHR- UND -SÄGEMASCHINEN E. V. IM AUSBILDUNGSZENTRUM DER BAUINDUSTRIE ABZ, HAMM

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