Heimat Westfalen Ausgabe 6/2024

30 / HEIMAT WESTFALEN – 6/2024 ie Klimakrise und ihre Folgen sind längst spürbar: Extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen, Überschwemmungen oder Stürme treten immer häufiger auf und stellen eine immense Herausforderung für Gesellschaft, Umwelt und Infrastruktur dar. Kommunen und soziale Einrichtungen stehen in der Verantwortung, die lokalen Auswirkungen des Klimawandels aktiv anzugehen und die Bevölkerung – vor allem besonders gefährdete Gruppen – wirksam zu schützen. Um diesen Aufgaben gerecht werden zu können, sind weitreichende Vorsorgemaßnahmen und eine umfassende Anpassung an die klimatischen Veränderungen erforderlich. Die Herausforderungen sind vielfältig: von der Sicherung kritischer Infrastruktur über die Sensibilisierung der Bevölkerung bis hin zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen. Der Artikel beleuchtet, wie spezielle Förderprogramme Kommunen, gemeinnützigen Vereinen und sozialen Einrichtungen helfen können, den Folgen der Klimakrise vor Ort aktiv zu begegnen – und wie sie einen Beitrag dazu leisten können, die Lebensqualität auch unter sich wandelnden Bedingungen zu sichern. WELCHE FOLGEN DES KLIMAWANDELS SIND IN DEUTSCHLAND SPÜRBAR? Vor allem Extremwetterereignisse – wie zum Beispiel die Überschwemmungen im Ahrtal 2021 – werden der Klimakrise zugerechnet. Neben Investitionen in den Hochwasser- und Überflutungsschutz müssen vor allem die Bebauungspläne neu gedacht und historische Karten von Fließgewässern, die überbaut wurden, zu Rate gezogen werden, um zu verstehen, wie und warum sich das Wasser an den betreffenden Stellen staut. In Ballungsräumen mit stark versiegelten und sich aufheizenden Oberflächen bilden sich aufgrund der inzwischen regelmäßig auftretenden hochsommerlichen Extremtemperaturen von über 35 Grad Celsius Hitzeinseln mit gesundheitlichen Folgen für die Bewohnerinnen und Bewohner. So starben in den Sommern 2002, 2010 und 2022 schätzungsweise jeweils 55.000 bis 72.000 Menschen in Europa an den direkten Folgen der übermäßigen Hitzeeinwirkung, wie der EU-Klimabericht 2023 ermittelte. Eine konsekutive Folge der Hitze sind Dürreperioden, die in der Landwirtschaft zu Ernteausfällen führen und gleichzeitig den Grundwasserspiegel durch zusätzliche Entnahme aus den Grundwasserkörpern sinken lassen. Als Folge des sinkenden Grundwasserspiegels vertrocknet die nicht bewässerte Vegetation und zukünftige Dürren verstärken sich durch fehlende Verdunstung, Erosion und Versalzung. Um die städtischen Hitzeinseln abzukühlen, eignen sich dreierlei Maßnahmen: erstens die Entsieglung von Flächen beziehungsweise veränderte Bebauung zur Schaffung von Kaltluftschneisen, zweitens Beschattung (zum Beispiel Baumpflanzungen) und drittens die Verdunstung von Wasser zur Abkühlung. In allen Ertüchtigungsbereichen wirken Förderprogramme, mit denen sich auch investive und Resilienz stärkende Einzelmaßnahmen umsetzen lassen. DEM KLIMAWANDEL DURCH KLIMA- ANPASSUNGSTRATEGIEN BEGEGNEN Im Bereich der Klimafolgenanpassung sind einige vielversprechende Förderprogramme verfügbar. Aufgrund des Umfangs sind hier nur die jeweiligen Stichpunkte aufgeführt, die für die Leserinnen und Leser der Verbandszeitschrift Heimat Westfalen am interessantesten sein dürften. Alle weiteren Förderbestimmungen und Eckdaten sind digital auf den zugehörigen Seiten der Programme individuell nachzulesen. D Grafik/ Kommunal Agentur NRW GmbH FÖRDERMITTELPROGRAMME IM BEREICH KLIMAANPASSUNGSSTRATEGIEN UNTERSTÜTZUNG FÜR KOMMUNEN, VEREINE UND SOZIALE EINRICHTUNGEN SERVICEBÜRO WHB

RkJQdWJsaXNoZXIy NzQ0Mjg=